Elisabeth Singh-Noack

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Autorin wurde 1961 in Hamburg geboren, schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr Gedichte, später auch Kurzprosa, Szenen und fiktive Gespräche, sowie Haikus. Sie studierte Indologie, lebte und wirkte lange in Indien, Portugal und an vielen Orten Deutschlands zwischen Alster und Chiemsee, hat drei eigene Kinder in die Lebenskunst eingeführt und begleitet, und unterstützt Menschen in schwierigen Lebensphasen. Seit 2005 wohnt sie vorwiegend in Dossenheim und ist Mitglied der Literatur-Offensive Heidelberg. Ihre Texte erscheinen in verschiedenen Anthologien, in Hörspiel, Internet und bei anderen Projekten und auf Lesungen. Am liebsten berauscht sie sich an Natur, Dichtung und Klang. Im Jahr 2020 ist im Lothar Seidler Verlag Lyrik Lunar, ein Buch mit Mondgedichten erscheinen.

 

 

Lyrik Lunar
Mondgedichte

Für die einen ist der Mond ein geheimnisvoller, manchmal auch unheimlicher Sehnsuchtsort, für andere nur eine veränderliche Lichtquelle am Nachthimmel. Und einige ganz wenige können sagen, sie waren schon dort. Die lyrischen Texte in diesem Buch von Elisabeth Singh-Noack nehmen Leser und Leserin mit auf eine besondere Mondreise und ermöglichen neue fantasievolle Betrachtungen.

Das Buch enthält 52 Gedichte und 39 kalligrafierte Haikus.

Es ist zu beziehen über: Klick

 

 

     Handschriftlich
Wer schrieb dereinst
das Drehbuch
des Mondes
Verfasser unbekannt.

 

 

     Helldunkel
Leer der Himmel
davongemacht
haben sich die Sterne.
Die Nachtigall singt
ihren eigenen Mond an
und die Grillen
hören nur sich selbst.
Glühwürmer finden
ihre Liebste im Dunkeln.
Die Nacht gehört denen
die sich vor der Finsternis
nicht fürchten.

 

 

     Abgeschoben
Fehlen
werden sie mir.
Die Tomaten
in meinem Garten
die Kuhglocken
auf der Weide
und der Hanf
versteckt am Fluss.
Für Menschen
mit Arthrose
und Wirbelsäulensyndrom
wird die Basis
der Mond
ein Segen
heißt es
unbeschwert
und abgehoben
kaum Verausgabung
und geringe Ausgaben
Privileg
der Beschädigten
heißt es.
Die Rente?
Wird neu berechnet
Auslandsaufenthalt.

 

 

     Himmlischer Spaß
Einmal
im Regen schlafen
und einen Kopfsprung wagen
ins Meer der Begabung.

 

 

     heliumleicht
mit schmetterlingen
im bauch
auf der suche
nach blumenwiesen
ein leben im konjunktiv

 

 

Kalligrafie der Haikus durch die Autorin

 

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Weiteres

 


Mythos Gesundheit

O Corona,
schöne Göttin
im Purpurgewand,
leuchtend
und formvollendet,
geschmückt mit
den Farben der Liebe;
eroberst die Welt,
nicht die Herzen
der Menschen,
die sich vergreifen
am Pangolin
und der grünen
Lunge der Erde,
doch du ihnen
den Atem raubst.
Denn zu viele,
stehlen die Macht,
die du ihnen nimmst
aus den Händen.
Nicht Weihrauch,
nicht Krone
forderst du.
Nur Demut!
Welche Demut?

Corona,
getarnt als Wanderin,
verhilfst du
Hygieia und Panakeia
zu neuer Größe
und verschenkst
deine Aufmerksamkeit,
daselbst nun in aller Munde!

 

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